NFG berät beim Bau des Energietower in Gaimersheim

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Außenansicht Energietower

 

Die Ursprünge der 12.000-Einwohner-Stadt Gaimersheim reichen bis in das Jahr 908 zurück. Eine lange Geschichte des Ortes an der Grenze zu Ingolstadt und zwischen den beiden Großstädten Nürnberg und München. Doch in Gaimersheim richten die Menschen den Blick nicht nur zurück – mit dem CO2-neutralen Energietower hat Ingenieur Josef Frey jun. von der Ingenieurgesellschaft Frey, Donabauer, Wich MBH ein zukunftsweisendes Gebäude geschaffen. Gelebte Energiewende auf nur 750 Quadratmetern Grundfläche. Die NFG unterstützte bei der Projektplanung und der Bemusterung der Bäder.

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Bauherr Josef Frey jun. vor seinem zukunftsweisenden Projekt. 

Nach elf Monaten reiner Bauzeit zogen im März dieses Jahres die ersten Mieter in den Energietower in Gaimersheim. Sie fühlen sich bereits wie zuhause. Das moderne, energieautarke Gebäude mit 13 Wohneinheiten, inklusive eines Penthouses, steht im Mischgebiet „Kleine Heide Ost“. Wohnen in der Natur, mit Blick auf die Landesgartenschau – und grünem Grundgedanken – das waren die Ideen von Bauherr Josef Frey jun.. Und der Ingenieur setzte dieses Projekt ressourcenschonend und energieeffizient um. Das 15 Meter hohe Gebäude steht auf einer schmalen Grundfläche und ist auf allen Seiten sowie dem Dach mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet. Die hauseigene Wärmepumpe versorgt das Gebäude im Zusammenspiel mit der PV-Anlage mit der nötigen Energie. Und das „komplett unabhängig von steigenden Energiepreisen“, betont Frey jun..

Bei der Planung der Bäder ließ sich der Bauherr in der ELEMENTS-Badausstellung Ingolstadt-Süd inspirieren und beraten. Auf einer Ausstellungsfläche von 800 m² finden sich dort zahlreiche Ideen, clevere und individuelle Lösungen für den Neubau und die Sanierung. Auch für den Energietower. „Ich wollte Wohnungen für potenzielle Mitarbeiter*innen schaffen. Einer ist bereits eingezogen“, freut sich Frey. „Junge Leute entscheiden sich sonst eher für die Metropolen Nürnberg oder München. Dieses Gebäude ist ein attraktives Argument zur Mitarbeiterbindung“, so der Bauexperte, der in seinem Gebäude unter anderem mit einem All-inclusive-Mietpreis wirbt, der die Stromkosten sowie Heizung und Warmwasser abdeckt. 

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Energietower Bad

Das Badezimmer lässt optisch und energetisch keine Wünsche offen.

Quadratisch, praktisch, gut – diesen Slogan verbinden die meisten Menschen mit Schokolade. Josef Frey jun. sieht darin die Lösung für CO2-neutrales Bauen auf wenig Raum. „So lässt sich optimal in die Höhe bauen und eine maximale Energiegewinnung sicherstellen“, sagt der Bauherr, in dessen Planung die persönliche und berufliche Erfahrung einflossen, also das Wissen aus realisierten Projekten. „Wir arbeiten in unserem Büro beispielsweise seit den Jahren 2003/2004 mit thermisch aktivierten Bauteilen. Wasserführende Rohrleitungen führen also durch Wände, Decken der Boden und wir nutzen die Speichermassen dieser Bauteile zur Temperaturregulierung. Heizen, Kühlen, Be- und Entlüftung sowie die Steuerung der Fußbodenheizung – das alles funktioniert im Energietower über diese Technik und verspricht höchsten Komfort und Autarkie.“ 

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Energietower Penthouse

Das Penthouse bietet einen unverbaubaren Blick.

Im Energietower bleiben keine Wünsche offen – und das Penthouse sorgt mit seinem unverbaubaren Blick bis zur Landesgartenschau für mehr als nur einen Hauch von Luxus. Der Fahrstuhl führt direkt in die Wohnung mit ihren 94 Quadratmetern Wohnfläche und der 24 Quadratmeter großen Dachterrasse. Der Blick ins Bad? Ein Traum. Produkte des italienischen Herstellers GESSI begeistern mit exklusivem Design. In der ELEMENTS-Badausstellung fand der Bauherr genau die Produkte, die seinem Anspruch an ein hochwertiges Bad gerecht werden.

Klein, aber fein – und vor allem ausgestattet und barrierefrei lautet das Motto für die anderen acht 28 und vier 38 Quadratmeter großen Wohnungen. Und nicht zuletzt Ziel erfüllt, was die größtmögliche Unabhängigkeit von Technik, Wartungsaufwand und steigenden Energiekosten betrifft. Das gilt auch für den Wasserverbrauch. „Wir nutzen Regen- und Schichtwasser für das WC und die Waschmaschine, wodurch wertvolles Trinkwasser eingespart wird. Warmwasser geht durch einen elektrischen Durchlauferhitzer. Über ein Tablet aktivieren die Bewohner das Warmwasser, das nach nur wenigen Sekunden zur Verfügung steht, aber eben nicht bei jeder Betätigung des Wasserhahns fürs Händewaschen mitläuft“, sagt Frey.

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Energietower Energiezentrale

Links an der Wand sind zwei Solarstrom (PV)-Wechselrichter angebracht, in der Mitte steht ein großer Batteriespeicher für den Solarstrom.

Klingt positiv. Und das trifft auf den gesamten Energietower zu. Es handelt sich um ein klimapositives Gebäude, das jährlich mehr Energie erzeugt, als das Gebäude inklusive aller Bewohner verbraucht. Der Energietower beeindruckt mit einem Energieeffizienz-Standard KFW40 Plus und einem Gesamtjahresprimärbedarf von gerade einmal 8,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Um die erzeugte Energie zu sichern und bei Bedarf zur Verfügung zu stellen, integrierte Frey einen Batteriespeicher mit einem Bruttovolumen von 20 Kilowattstunden, das aktuell noch auf 40 Kilowattstunden erhöht wird. Sämtliche Systeme werden über eine übergeordnete Steuerung intelligent vernetzt, wodurch eine Autarkiequote von mehr als 85 Prozent erreicht wird. 

Im Energietower Gaimersheim vereinen sich Energieeffizienz und ressourcenschonendes Bauen – für ein rundum zukunftsgerechtes und attraktives Wohnen.